650B zum Zweiten

Da das Thema 650b in unserem Blog sehr gefragt ist, haben wir bei Jürgen aus dem MTB-News Forum angefragt, ob wir seinen neuen Artikel bei uns veröffentlichen dürfen.
Falls es euch gelüstet was er in der Einöde der tiefen Eifel sonst noch treibt dem empfehle ich folgende Links
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Was wir hier im Blog nur ab und zu umsetzen ist in seinem Fred Programm Touren und Berichte dazu satt.
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22.10.2012: 650b-Test

In den europäischen Medien wird seit einger Zeit der neue Laufradstandard, 650b oder 27,5 Zoll – die Hersteller sind sich bei der Bezeichnung nicht ganz einig, gehypt. Bei den diesjährigen Olympischen Spielen in England holten Sabine Spitz auf einem 27,5″ Prototyp von Haibike und Nino Schurter auf seinem 650b Scott jeweils die Silbermedaillen. Kulhavy bei den Männern auf 29″ und Bresset bei den Frauen auf 26″ aber Gold. Ja was denn nun? Geht es nach den Komponenten- und Bikeherstellern, dann gibt es auf dem europäischen Markt nächstes Jahr 3 Laufradstandards. Im Amiland sieht man das etwas gelassener. Sie feiern immer noch ihre Twentyniner und auf so neumodischen Schnickschnack geben sie nichts.

Zeit für mich der Sache jetzt mal auf den Grund zu gehen. In meinem Keller habe ich jetzt die Auswahl zwischen 26″, 29″ und 650b.


Mein Race-Hardtail habe ich mit einem neuen 650b LRS mit Novatec Naben, Sapim-Speichen und bor-Felgen ausgestattet. Nicht zu teuer aber trotzdem schön leicht. Mit 1397 Gramm sogar 50 Gramm leichter als der ehemalige 26″ LRS. Also eine gute Ausgangslage für den Test.


Der Schwalbe Racing Ralph baut nicht so hoch, sodass genügend Platz bei Gabel und Kettenstreben ist. Bei grobstolligeren Reifenmodellen könnte es aber schon eng werden.


Eine Querstrebe zwischen den beiden Sitzstreben hat mein Rahmen nicht. Nach oben hin ist also Platz genug.

Beim ersten Aufsitzen auf dem Bike merke ich sofort die etwas höhere Sitzposition. Alles andere bleibt gleich. Klar, ist ja mein gewohntes Bike. Nach vorne hinaus schaut der Reifen nicht so raus, wie bei einem 29er.

Meine erste Testfahrt auf dem Weg zum Dienst verläuft normalerweise fast komplett auf Asphalt oder schön geschotterten Wegen. Das Bike rollt gut. Ich denke sogar, dass die Grundgeschwindigkeit etwas höher als beim 26er ist. Die Beschleunigung von unten raus geht kraftschonender als beim 29er, aber viel Unterschied zum 26er ist da nicht.
So richtig ins Gelände geht es erst tagsdrauf auf dem Rückweg nach Hause. Ich baue ein paar Berge ein und teste Traktion bergauf. Der Grip des Racing Ralph`s ist auf trockenen Schotterpassagen gut. Etwas besser als beim 26er.
Nach 2 Touren mit einem 26er Fully wechsel ich wieder auf das 650b Hardtail. Eine längere Tour soll nun die Unterschiede hervor bringen.
Im Grunde genommen ist alles wie eben schon angeprochen. Ich bin der Meinung, dass die Traktion und das Rollverhalten etwas besser als beim 26er ist. Bei der Anfahrt auf Kurven muss etwas früher gebremst werden und in engen Trailkurven das Bike etwas aktiver reingedrückt werden.
Es liegt damit bei allen Merkmalen genau zwischen 26″ und 29″. Wo das 29er träger ist, ist das 650b aktiver. Dafür rollt das 29er noch besser, auch über Unebenheiten und Wurzeln.


Auch nach Dreckbeschuss ist noch genügend Platz zwischen LRS und Bike. Im Wiegetritt schleift auch nichts an den Kettenstreben. Der LRS ist schön steif und nicht so weich wie ein 29er LRS.


Ist das 650b nun das Bike welches alle guten Eigenschaften von 26er und 29er vereint? Ich glaube nicht. Ich vertrete eher die Meinung, dass die Laufradgrößen der Körpergröße und dem Einsatzbereich zugeordnet werden sollen. Eher kleine Biker kommen besser mit 26er oder 650b zurecht. Ich mit meinen 1,90m fühle mich auch nach diesem Test auf einem 29er wohler und mittlerweile für ein 26er Tourenbike zu groß. Ob im Downhillbereich mal 650b oder 29″ eingesetzt wird glaube ich nicht. Ein 26″ Bike zum Touren fahren werde ich mir nicht mehr kaufen.
Sobald die ersten richtig entwickelten 650b-Bikes auf dem Markt sind, werde ich mal eins testen. Sie werden sich in Sachen Geometrie doch etwas zu den 26er mit 650b LRS unterscheiden. Rahmen, Gabel und Komponenten sind dann auf den neuen Laufradstandard angepasst. Ob 26″-Bikes vom Aussterben bedroht sind, kann ich nicht sagen. Wenn`s nach den Amis geht, dann würden wir bald alle mit 29er rumfahren.
Es bleibt also spannend auf dem Bikemarkt.

Jürgen

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3 Kommentare zu “650B zum Zweiten”

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