Wer hat die Waldwege „gebügelt“ oder vom Marathon zum Trailbike mit 650b Laufrad

Ich hab meine „Freizeit“ mal wieder genutzt ein wenig zu bauen. Nachdem ich für Rennen wie Marathons und schnelle Strecken mir ein 29er aufgebaut hatte, konnte mein Liteville 301 MK8 jetzt wieder mehr und ausschießlich in Richtung All Mountain umgebaut werden.

Als erstes wurden Lenker ( Syntace Vector Carbon Riser 25.4 64cm ) und Vorbau ( Syntace F109 ) ersetzt durch einen Syntace Megaforce Vorbau und einen Syntace Vector Carbon Lowrider mit 740mm Breite.

Ist schon ne ganz schön breite Segelstange das Teil, aber gibt dir unheimlich viel Kontrolle auf dem Trail.

Die feste Carbonsattelstütze wurde dann ebenfalls ausgetauscht gegen eine absenkbare von Kindshock. Leider ohne Lenkerfernbedienung ( steht auf der Wunschliste für Weihnachten 🙂  ) .

Als nächstes standen die Laufräder an. Bisher hatte ich für das 301 zwei Laufradsätze jeweils in 26 Zoll. Einen Racesatz (Systemgewicht 1485g) + Conti X-King Racesport und einen Trialsatz (Systemgewicht 1850g)+Fat Albert. Den Trailsatz hatte ich zwischenzeitlich im Canyon AM von meinem Sohn verbaut und dann kommt man natürlich ins überlegen was man so braucht und will.

Hier begann dann das Thema 650b interessant zu werden. Die Diskussion ob Sinn oder Unsinn hatte ich schon länger verfolgt und stand dem Thema, nachdem auch bereits meine Teamkollegen einiges dazu zu berichten hatten (650B-Test von Oli und Jürgen),  offen gegenüber. Das große Räder doch einige Vorteile haben hatte ich ja bereits bei meinem 29er erfahren. Doch das 301 umbauen auf 650b wäre ein teueres Spiel geworden. Eine neue Gabel plus Laufräder hätten mal locker mind 1400€ gekostet. Das war mir zuviel und somit erledigt! Für eine Woche 🙂

Ich hatte mir ausnahmsweise mal die Zeitschrift MountainBike gekauft. Dort wurde ein 301 mit 650b Vorderrad und 26er Hinterrad mit „Überragend“ getestet. Zeitgleich tauchten im IBC Litevilleforum die ersten 650b  Umbauten auf. Interessant daran war: einige User nutzten weiterhin die „alte“ 26er Federgabeln was natürlich die Umbaukosten exorbitant senkt. Mit diesen Erfahrungen stand für mich fest. Ein 650b Vorderrad muß her!

Ich ließ mir also ein 650b Vorderrad passend zum Hinterrad aufbauen. D.h. Felge ZTR Flow; Speichen Sapim CX Ray mit Polyax Alunippel; Nabe Acros A74. Als Reifen wählte ich den Hans Dampf in 27,5 x2,35.Der Abstand zur Gabelbrücke ( Talas 32 ) ist bei 1.7bar ausreichend. Bei einer „Matschfahrt“ blieb nichts hängen. Bei Kiesel oder kleinem Schotter werden ein paar Steine mehr wie vorher gegen die Gabelbrücke geschleudert sie bleiben aber nicht hängen. Also nichts was wirklich stört.                                                                                             

Im direketen Vergleich  mit dem 26er sieht das so aus und darunter der Abstand zur Gabelbrücke (ich mach noch mal ein besseres Bild )

Das fertige Bike

Wie fährt sich das  Bike?

 Auf einen Trail den ich schon hundertmal gefahren bin konnte ich „alt“ gegen „neu“ vergleichen. Entlang der Nette hat man alles, felsigen Untergrund, tiefen weichen Boden, Schlaglochpisten und und und. Also los gings. Die ersten Meter auf Asphalt dachte ich es wäre Klebstoff an den Reifen. Die neuen  haben doch einen wesentlich höheren Rollwiderstand als die Conti RaceSport. Aber es schadet ja nicht etwas kräftiger zu treten 🙂 Die erste Schlaglochpiste kommt. Die Löcher sind ganz deutlich zu sehen doch ich habe das Gefühl als würden sie kurz vorher  zugeschüttet. Das Vorderrad läuft jetzt deutlich ruhiger, mehr über als durch die Löcher. Als nächstes steht ein Weg mit tiefen Spurrinnen an. Auch hier läuft das Bike deutlich stabiler an der Front. Es fällt einfach leichter diagonal durch die  Rinnen zu fahren und die Seiten zu wechseln.Die Lenkpräzision ist top. Das Vorderrad macht genau das was ich will und ihm über den Lenker „sage“. Und dann kommt das Highlight. Eine schnelle Abfahrt mit Kurven, felsigem Untergrund, teilweise Geröll und kleinen Sprüngen.

Unten angekommen muß ich erst mal tief durchatmen. WOW! „Leck mich fett“ Das Bike hat eine wahnsinnige Downhillperformance. So schnell und dabei so sicher bin ich dort noch nie runter. Die Front gibt dir jetzt so viel Sicherheit. Kein wackeln, kein zappeln, Gabel und Laufrad bügeln alles weg. Endlich hab ich vorne die gleiche Performance wie hinten. Sicher machen einiges die neuen Reifen aus, aber mit dem „alten kleinen“ Trailsatz ging das lange nicht so perfekt trotz dem guten  Fat Albert. Für mich steht fest: Für mein 301 und meine Art und Fähigkeit zu fahren ist dieser Aufbau  PERFEKT! 🙂

Ich kann es kaum erwarten das meine Wirbelsäulengeschichte ausgestanden ist und ich es wieder richtig laufen lassen kann. Der Goldseetrial am Ortler wartet schon 🙂

Wutz on Wheelz

Hein

650b Bericht 1 von Oli
650b Bericht 2 von Jürgen

ACHTUNG:
Zu beachten, aber nicht zutreffend auf  26er Bikes mit Lefty die von 88 getravelt wurden.
Es besteht bei massivem Durchschlag der Gabel die Gefahr, dass der Reifen dabei in Kontakt mit der Gabelkrone  gerät.
Dadurch ist ein Sturz vorprogrammiert !
Behaltet unbedingt den Luftdruck der Gabel im Auge!
Lieber etwas mehr als zu wenig Luft.
Die Jungs von Toxoholics, dem ServicePartner von Fox,
teilten auf Anfrage des Bike Magazins diesem sogar mit,
dass die Benutzung von 650B Laufrädern in 26 Zoll Fox
Gabeln untersagt sei, obwohl der Einbau problemlos möglich
ist.

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18 Kommentare zu “Wer hat die Waldwege „gebügelt“ oder vom Marathon zum Trailbike mit 650b Laufrad”

  1. Wurde ich zu gerne auch mal machen, aber extra ein Laufrad aufbauen ist mit zu teuer. Leider findet man gebraucht auch nur einen ganzen LRS. Fahre die Spank Spike und würde mich mit einem weißen AM Laufrad jeder Sorte begnügen, kann aber leidet nichts finden 😦

      1. Danke, aber so zwei kleine wünsche habe ich. Weiß muss sie sein und 15mm Steckachse. Die einzige Felge die in frage kommt ist nur bis 90kg zugelassen und hat eine Maulweite von 20. Da wäre ich mit 120 dabei gewesen.
        Naja, man kann nicht alles haben. Mal schaun, vllt fliegt mir ja eine übern Winter zu. Will mir sowieso ein 29″ kaufen aber 69er ist mein Traum. Leider gibt es davon nicht viele und wenn nur zu unglaublichen Preisen.

  2. Hallo, vielen Dank fur Dein Bericht…. Ist sehr informativ 🙂 Aber wie kann es den zur einer Kollision der Gabelbrücke und des Vordereifen kommen? Der abstand ist doch „fest“! Oder habe ich ein Denkfehler?

    Viele Grusse

    1. Hi,

      du hast keinen Denkfehler. Die Gabelbrücke ist an einer fixen Position und ändert sich nicht.

      Aber: Der Gabelholm federt jedoch bei den meisten Gabeln bei einem Durchschlag tiefer ein, als die Unterkante der Gabelbrücke. So könnte es zum Kontakt zwischen Reifen und Gabel kommen. Ein Stillstand des Vorderrades und daraus resultierend ein Sturz wären die folge.

      LG
      Oli
      Wutz on Wheelz

    2. Das ist richtig. Der Abstand ist fest aber recht gering. Kleine Steine die im Profil klemmen können mit der Brücke kollidieren und im schlimmsten Fall zu Klemmern führen. Hatte ich bis jetzt aber noch nicht 🙂

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