Die 20h von Fell

Am vergangenen Wochenende war es soweit. Fast genau ein Jahr nach meiner Wirbelsäulenoperation stand ich wieder am Start zu einem Langstreckenrennen. Vor 12 Monaten im Krankenbett wurde das Ziel bei den 20h von Fell als Einzelfahrer zu starten und  mit einem guten Ergebnis zu finishen gesetzt.

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Das erste Teilziel war geschafft. Jetzt galt es die 20h gut zu überstehen. Zusammen mit 4 anderen Mitstreitern ging ich das Abenteuer an. Um der üblichen hektischen Startphase zu entgehen, war mein Plan die erste Runde mit etwas mehr Druck anzugehen. Von unserer Streckenbesichtigung vor 3 Wochen wusste ich das die 17,5km-Runde sehr anspruchsvoll ist. Es geht nur hoch oder runter. Entweder kurz und heftig oder lang ( 4,5km mit 250hm ). Nichts wo man sich wirklich ausruhen kann. Zum Glück spielte das Wetter mit. Zwar war es beim Start noch recht frisch aber immerhin trocken.

Bäng! Der Startschuss fällt. Yeah, los geht’s sofort in die erste kurze Steigung im Ort. Die vielen Zuschauer am Rand feuern einen an und pushen noch mal zusätzlich.

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Am ersten langen Berg zieht sich das Feld immer weiter auseinander. Nachdem die Ortschaft Thomm umrundet ist, geht es in eine zuerst gemäßigte und zum Ende hin steile und sehr schnelle Abfahrt. Auf gut 2,5 km geht es mit bis zu 70km/h über ein asphaltierten Wirtschaftsweg durch einen Wald abwärts. Gespickt mit langezogenen  Kurven und zwei 180° Kehren sehr anspruchsvoll. Die erste Runde beendete ich in knapp 40min. Damit lag ich gut 9min unter meinem geplanten Rundenschnitt. War doch ein wenig schnell 🙂 . Also hieß es jetzt Tempo raus nehmen. Ein Langstreckenrennen entscheidet sich schließlich erst im letzten Viertel! Die zweite Runde absolvierte ich dann in 45min. Immer noch zu schnell. Mittlerweile begann es dunkel zu werden

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Nach der dritten Runde hatte ich die erste kurze Pause geplant. Zügig umziehen und die Klamotten für die Nacht angezogen. Akku montiert und Licht an. Weiter ging es. Schnell war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden und dunkel und saukalt wurde es! Zwischenzeitlich hatte ich mich auf mein geplantes Tempo eingependelt. Man fährt nun in seinen eigenen Rhythmus in einer Art Tunnel. Die Ruhe wurde nur unterbrochen durch die Zuschauer, die es teilweise bis um 04:00 ausgehalten haben ( Wahnsinn!) und durch ein Rockkonzert  welches am Anstieg nach Thomm statt fand.

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Mit meinem Tempo lag ich genau im Plan. Alles lief gut. Weder mein Rücken oder die Beine machten Probleme.  Alle drei Runden hielt ich an unserer Basis an und versorgte mich mit neuen Flaschen und Energieriegel. Ein leckeres Stück Kuchen gab es auch. Nach kurzer Zeit ( max 4min ) rollten wieder die Räder. Mit den ersten Sonnenstrahlen hatte ich 10 Runden hinter mich gebracht. Das heißt in Zahlen: 180km und 4100hm.

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Die nächsten 6 Runden verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Ab der 17 Runde fingen dann die ersten Schmerzen an. Nicht wie erwartet im Rücken, Po oder den Beinen. Die Fußsohlen begannen zu „brennen“.  Anfangs noch leicht und gut aushaltbar, wurde es mit der Zeit immer schlimmer. Jeder Tritt begann zur Qual zu werden.

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Ab jetzt begannen auch die Fragen nach dem Sinn. Aber ich wollte nicht abbrechen. Mein Ziel war das finishen und der Gedanke daran gab immer wieder neue Kraft und verdrängte ein wenig die Schmerzen. Hinzu kam auch noch das mir unsere Betreuer sagten das ich wohl recht gut platziert lag. Das motiviert nochmal zusätzlich. 2,5 Stunden vor Ende hatte ich mein Minimalziel ( 20 Stunden – 20 Runden ) erreicht.  Alles was jetzt kam war Zugabe.

Noch weiter 2 Runden legte ich zurück und dann, 40min vor Zeitschluß, beendete ich das Rennen. Die Füße wollten einfach nicht mehr. Da meine Platzierung ungefährdet war hatte ich dadurch auch keinen Nachteil. Am Ende standen dann 22 Runden auf der Liste. Das bedeutete 385km bei 8200hm und Platz vier in der am stärksten besetzten Altersklasse. Einen kleinen Gag konnte ich mir aber bei der Zieldurchfahrt  nicht verkneifen. Unser Motte lautet ja: „Bratwurst macht schnell“.  Daher ließ ich mir kurz vor der Zieldurchfahrt noch eine leckere Bratwurst  am Lenker fest machen! 🙂

Müde und mit brennenden Fußballen freute ich mich als erstes auf eine schön erfrischende Dusche und ein kühles Glas Weizenbier!!

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Ich bin so glücklich und stolz das ich ein Jahr nach der schweren OP dieses Ziel hier erreicht habe! Der Öztaler kann jetzt kommen

Wutz on Wheelz

Hein

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