Orscholz, wir kommen

Länge: ca. 7.5 km
Höhenmeter: 175 hm

„Das Rennen findet auf einem 7.5 km langen Cross-Country Rundkurs mit XCO typischen Hindernissen wie Treppen, Wurzeln, Felsstufen etc. statt. Gefahren wird auf Wald- und Wiesenwegen sowie teilweise anspruchsvollen Singletrails“.

Die Vorgaben des Veranstalters waren schon sehr ansprechend und ich muss sagen, er hat nicht übertrieben, aber alles der Reihe nach.

Relativ früh angemeldet, damit auch auf jeden Fall ein Startplatz gesichert ist. Von Orscholz, der Strecke und der Organisation hat man schon viel Gutes gehört und die Startplätze sollen auch immer schnell weg sein. Aber es hat geklappt und ich habe einen Startplatz als Einzelfahrer bekommen.

Jonas, der seit ein paar Monaten wieder sehr engagiert und ehrgeizig MTB fährt, zeigte auch Interesse an einem Mehrstundenrennen teilzunehmen. Auf Nachfrage beim Veranstalter hieß es dann, das er laut den Regularien des BDR aus Altersgründen nicht als Einzelfahrer starten darf. Aber wenn er Lust hätte, könnte er gerne im U 15 Nachwuchsteam des Veranstalters mitfahren. Dafür noch mal vielen Dank an das Team Saarschleife. Also angemeldet, damit er mal ein wenig Rennatmosphäre schnuppern kann.

Letzten Sonntag war es dann so weit. Am Abend vorher das Auto beladen und morgens um 5.30 Uhr los. Nach dem Aufstellen des Zeltes und dem Bereitstellen von Nahrung und Trinken hatten wir noch genug Zeit eine Erkundungsrunde zu fahren. Schon nach den ersten Kilometern war uns klar, dass dies kein Zuckerschlecken werden würde. Die Strecke ist fahrtechnisch anspruchsvoll mit einem hohen Trailanteil, teilweise sehr eng und auch mit engen Radien gesteckt. Es ging immer wieder über Wurzeln und Steine und tlw. zwischen Felsbrocken durch. Drei Abfahrten waren vom Veranstalter mit einem Totenkopf markiert. Also aufpassen und runter. Aber es gab zwischendurch auch immer wieder Passagen zum Erholen und um den Puls runter zu holen. Die steilsten Uphills bestanden aus festeren Wegen mit tlw. losem Geröll und ordentlich Steigungsprozenten – aber gut zu fahren. Und zwischendurch immer wieder schöne Trails.

Pünktlich um 10.00 Uhr dann der Le Mans Start. Und wie zu erwarten an den ersten engen Stellen – Stau. Nach einer knappen halben Runde hatte sich dies weitgehend aufgelöst und es konnte ohne Anstehen durchgeradelt werden. Meine dritte Runde war gleichzeitig Jonas erste Runde. Ich hatte etwas Vorsprung, bevor er gestartet ist. Aber schon nach kurzer Zeit war er hinter mir und hat mich im Downhill und in den Trails locker überholt und stehen gelassen – jaja die Jugend. Aber meine Zeit kam. Beim ersten schweren Anstieg habe ich ihn dann auf halber Höhe gesehen und mein Ehrgeiz war geweckt – und siehe da kurze Zeit später habe ich ihn dann mit einem entsprechenden Kommentar überholt. Aber nachdem die Steigung hinter uns lag, hat es nicht lange gedauert, und er hat mir wieder im Nacken gesessen. Kurz vor dem Ziel ist er auf einem abschüssigen Wiesenstück ausgerutscht und über den Lenker abgestiegen. Ich habe es nur noch scheppern gehört. Bei dem Sturz hat er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen und der Helm ist reif für die Tonne – nicht auszudenken, was ohne Helm passiert wäre. Er hat dann später noch mal eine Runde gefahren, ist dann aber wegen seiner Kopfschmerzen nach der Runde komplett ausgestiegen.

Nachdem ich ihn sicher im Ziel wusste und mich noch mal vergewissert habe, dass alles in relativer Ordnung mit ihm ist, habe ich weiter meine Runden gedreht. Und von Runde zu Runde wurde das Grinsen im Gesicht immer breiter. Trotz sechs Stunden Dauerrütteln und 100 %iger Konzentration eine tolle Veranstaltung auf einer anspruchsvollen, aber schönen Strecke. Ich habe mal nachgerechnet – während des Rennens bin ich ca. 200 Treppenstufen gefahren. Die klappen jetzt. Nur bei Nässe oder Regen würde ich die Strecke nicht fahren, wäre mir zu gefährlich.

Noch einen Tipp an die Leichtreifenfahrer: lasst die Dinger auf der Strecke zu Hause. Ich habe noch nie so viele platte Reifen bei einer Veranstaltung gesehen wie in Orscholz. Hier sind ein paar Gramm Mehrgewicht angebracht.

Am Ende der sechs Stunden standen bei bestem Wetter bei mir knapp 90 km und knapp 2.000 hm auf dem Tacho.

Und wenn mich einer fragt, ob ich das Rennen noch mal als Einzelfahrer fahren würde – ich glaube nicht. Die Strecken bei den Mehrstundenrennen werden immer anspruchsvoller und heftiger. Für mich tlw. zu heftig.

Aber es gibt auch Ausnahmen, und da bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Wutz on Wheelz
Christian und Sohneman

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