Ein kleines bisschen Rennluft schnuppern

Verfasst von Thomas Becker Vennbike.de

Huch noch so einer der so heisst wie die Wutz.
Gibts ja nicht!
Doch.
Ein Namensgenosse, der sein Leiden schildert und das von seinem 2. Marathon überhaupt.
Ausgeschmückt mit ein paar Bildern von der Wutz

Rurseemarathon Einruhr 67km

Wer abends tanzt kann auch morgens radeln.
Ok.
Mit „radeln“ hatte das numma gar nix zu tun!
Mit vier Flaschen Fassbrause vom Vorabend und genügend Schlaf ging es morgens Richtung Einruhr zum 6. MTB Rursee-Marathon.


Die Wutz wartet schon mit Verstärkung in Form von Dirk der sich auf der Kurzstrecke versuchte.

Am Start sind wir zumindest noch zusammen. Arne, Ansgar , die Wutz on Wheelz Tom Becker und meine Wenigkeit.

IMG_3049
Ein Plausch in der Eifelsonne, ein paar Scherze bevor es ernst wird.
Warten auf den Startschuß.
10:00!
Geht los.
Ab jetzt kann ich nur noch von mir berichten.
Ich bin relativ schnell abgehängt-nicht nur von meinen Kumpels.
Jetzt kommt die Psychologie ins Spiel: wie auf jeder Tour ist eigentlich der erste Berg immer der unangenehmste.
Dazu der Stadionsprecher: biss Killometer sieben jeht et nur berschauf.
Und die Klippe war auch noch ein zweites Mal in die Strecke eingearbeitet.
Ich sehe Tom.
Ich sehe Ansgar.
Hören könnte ich sie schon nicht mehr.
Spätestens ab hier wird klar: jeder fährt für sich.
Das ist auch gut so.
Also rauf über die Seifenauel Richtung Dedenborn und dann ab ins Tiefenbachtal.
Alter Spruch: wo es runter geht gehts auch wieder rauf.
Durchs Brombachtal nach Eicherscheid. Dann wieder runter und rauf durchs Grünental nach Menzerath.
Ist ja nicht als hätte man mich nicht gewarnt mit Stichworten wie „Menzerath,Hammer,Skihang Rohren,usw..“
Es geht runter ins Rurtal.
Ab hier beginnt meine Pein.
Mein kleines bisschen Horrorschau.
Mein „Krampf“!
Ab KM 22 muß ich mir vorwerfen,zu wenig Flüssigkeit aufgenommen zu haben.
Die Zwischenverpflegung ist gut 8KM entfernt — und OBEN
Den Skihang Rohren fand ich auch gar nicht sooo spektakulär.
Hinter mir lagen schon Anstiege von „nieendendenwollenderlänge“.
Dieser hier war knackig aber kurz. Es sollten aber noch ein paar „Monsterchen“ auf mich warten.
Durchs Holderbachtal gehts jetzt rauf nach Hammer.
Ein letztes Mal erwähne ich an dieser meine Waden die mich quälen.
Sie werden es bis ins Ziel tun – trotz Zwischenvepflegung.
Durchs Riffelsbachtal gehts aufwärts nach Dedenborn. Ich fluche innerlich.
Ich verfluche meine Entscheidung überhaupt HIER zu sein.
MB präsentiert: Gedankentourette das neue Spiel für durchgeknallte.
Man soll ja durch lautes schreien und fluchen die Tiere des Waldes nicht verschrecken. Von hier aus gehts nach Erkensruhr – das liegt in der Nähe von Einruhr – in Einruhr ist das Ziel – wie GEIL.
Da ich aber meine Aufzeichnung nicht einsehen konnte,hatte ich mich zu früh gefreut.
Ca. 300m Luftlinie vom Ziel entfernt teilt sich die Strecke nochmals in Zielankunft für Kurzstreckler und Weiterfahrt für Halb- und Vollmarathonis.
Also statt rechts nochmal links das Anfangsstück erklimmen.
Kurzer Trink- und Bananenstop und auf gehts: beißen,beißen,beißen.
An der Seifenauel versuche ich mich an ein holländisches Mädel dranzuhängen. Es klappt – – – – – nicht.
Ich muß vom Rad. Zu steil. Zu heiß. Zu k.o.
Ich beschließe, daß schieben ab jetzt keine Schande mehr ist.
Ich treffe immer wieder auf einen belgischen Kollegen meines Kalibers der mich fragt wieviel ich fahre und wie weit es noch ist bis ins Ziel.
Als ich ihm sage daß es noch ca.15km sein werden verabschiedet er sich freundlich und fährt auf kürzestem Weg zum Ziel.
DER ist schon mal hinter mir. Hihihi. „wink“-Emoticon
Nochmal Rurtal runter. Nochmal Rurtal rauf. Nochmal Erkensruhr. DAS LIEGT BEI EINRUHR. UND DA IST DAS ZIEL.
Alles andere ist INAKZPTABEL.
Über die Rurbrücke in den Zielbereich – das Publikum jubelt und applaudiert.
Klar – es ist schon Siegerehrung für Kurzstrecke und Feuerwehrmeisterschaft.
Jetzt noch eine halbe Runde über die Eliminatorstrecke vom Vortag. Rampe rauf,rampe runter.
Und ins Ziel!!! Ich höre ein lautes THOOOOMAS!
Als hätte man schon nicht mehr mit mir gerechnet.
Die Wutz will ein Foto. Ich lehne dankend ab und gebe ihm meine Trinkflasche sodaß ich mich mit beiden Händen irgendwo festhalten kann.
Es ist mein Rad. Mein treuer Trigger.
Zusammen haben wir es geschafft. 67km. 1600hm. 4:42h. Offizielle Zeitnahme.
Ich beschließe noch im Zielbereich keine Rennen mehr zu bestreiten.
Zu schwer.
Zu alt.
Doch mit einem Tag Abstand freue ich mich jetzt auf das 2.Hürtgenwald 4Stunden MTB Event im Zweierteam mit Marcel.
Denn: geteiltes Leid ist halbes Leid.
Mein Dank an dieser Stelle an das Orga-Team,an die Zwischenverpfleger,an die Streckenposten und einfach alle die ein solches Rennen in unserer schönen Eifel ermöglichen.
DANKE.
BIS NÄCHSTES JAHR.
EUER TOM

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2 Kommentare zu “Ein kleines bisschen Rennluft schnuppern”

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